
Jak 2: Renegade
Jak 2: Renegade Test / Review
Etwas ist Jak 2 ganz bestimmt nicht: Eine typische Fortsetzung. Die Entwickler gingen ganz bewusst neue Wege im Design des neuen Jaks.
Schon nach dem ersten Blick auf die DVD-Hülle wird klar, dass Jak eine deutliche Wandlung durchgemacht haben. Der fröhlich lächelnde, freundliche junge Held hat sich zu einem grinsenden, launischen und gar nicht mehr so wortkargen jungen Mann entwickelt. Diese Wandlung kommt nicht von ungefähr. Nach einem missglückten versuch mit dem Zeitportal aus Jak & Daxter werden die Beiden über 200 Jahre in die Zukunft versetzt und gefangen genommen. Während der haarige Daxter entkommen kann, wird Jak im Gefängnis von Haven City des bösen Barons Praxis eingesperrt und gefährlichen Experimenten mit dem dunklen Eco unterzogen. Erst nach zweijähriger Gefangenschaft gelingt es dem kleinen Daxter seinen Freund zu befreien. Jak schwört Rache an Baron Praxis und schliesst sich einer Horde Untergrundkämpfern an, um der Herrschaft des Barons und dessen Schergen ein möglichst rasches Ende zu bereit.
Neben den bekannten Drehkicks und Schlägen hat Jak einige neue Fähigkeiten erhalten. Durch die Experimente, denen Jak im Gefängnis ausgeliefert war, besitzt er ähnlich wie Hulk übermenschliche Kräfte, mit deren Hilfe er sich in eine Art Monster verwandeln kann. In dieser Form ist er um ein vielfaches stärker und verschiesst zischende Elektroblitze, die jeden Feind in der näheren Umgebung brutzeln.

Doch die beiden Helden sind nicht mehr als reines Jump&Run-Duo unterwegs. Die klassischen Sprung-Passagen über schwebende Plattformen und knifflige Hindernisparcours sind natürlich auch in Jak 2 zuhauf vertreten, aber die Entwickler scheinen sich deutlich von Insomniacs Konkurrenzprodukt "Ratchet & Clank“ inspiriert zu haben. So dürft ihr im Laufe des Abenteuers von vier verschiedenen Waffen ausgiebig gebrauch machen.
Am weitaus stärksten Verändert hat sich jedoch die Umwelt. Die farbenfrohe Fantasy-Welt musste mehrheitlich einer grauen, futuristischen und unfreundlichen Welt weichen. Leider leidet das Leveldesign deutlich unter dieser Veränderung, denn besonders die zentrale Stadt lässt Abwechslung schwer missen. So bewegt ihr euch während der zeitintensiven Suche nach neuen Aufträgen meist in eintönigen und sich wiederholenden Grafiksets. Ohne spannende und abwechslungsreiche Levelgestaltung macht das Ballern und Hüpfen leider nur halb soviel Spass.
Natürlich fordern die neuen Zeiten auch neue Transportmittel. So dürft ihr in der monströsen Stadt jederzeit eines der vielen umherschwirrenden Hovercrafts kapern, um schneller am Zielort zu sein. GTA lässt (mal wieder) grüssen. Bedauerlicherweise entpuppt sich dieses in der Theorie vielleicht tolle Feature meist als nervenaufreibender Fehler. Denn wer hat schon Lust, 6 Minuten quer durch die ganze Stadt zu fahren, nur um zu hören, dass man für die neue Mission wieder 6 Minuten zum Ausgangsort zurückkehren muss. So vergeht einem die Freude an der ausladenden Oberwelt (welche alleine 3-mal so gross wie der gesamte Vorgänger sein soll) schneller als einem lieb ist. Besonders frustig wird die ganze Angelegenheit, wenn ihr noch zusätzlich ein sehr knapp bemessenes Zeitlimit im Nacken habt und trotzdem Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern oder Praxis Truppen vermeiden solltet. Dies sind wahrlich zu grobe Patzer im Missions- und Leveldesign.
Game Info
- Genre: Jump&Run
- Entwickler: Naughty Dog USA
- Publisher: SCEE
- Spieler offline: 1



