
Cold Winter
Cold Winter Test / Review
Das Leben als Geheimagent könnte so schön sein
Dicke Schlitten fahren, ungestraft böse Buben abknallen und massenweise hübsche Damen um sich scharen. Doch der MI6-Agent Andrew Sterling kann von einem solchen Leben genau wie wir nur träumen. Seit sechs Monaten verrottet der von seinen Auftraggeber scheinbar vergessene Spion in einem chinesischen Staatsgefängnis und wartet auf seine Exekution. Doch die geheimnisvolle Agentin Kim verhilft dem Protagonisten just an Neujahr zur Flucht aus der unfreundlichen Haftanstalt. Doch die Freiheit ist trotz der gelungenen Flucht noch weit entfernt, denn die ehemaligen Auftraggeber lassen Sterling nicht so einfach vom Hacken.
Über die gewohnte 2-Stick Steuerung in Kombination mit den Schultertasten dirigiert ihr den Helden problemlos durch die feindverseuchten Gebiete. Cold Winter bietet dabei ziemlich gradliniges "Run and Gun“ Gameplay und sorgt damit für beinahe ununterbrochene Action auf dem heimischen TV. Obwohl sich euch nur selten grössere Widersacher in Form eines Hubschraubers oder Panzers in den Weg stellen, solltet ihr das Fussvolk nicht unterschätzen, zumal sich diese nicht selten heimtückisch hinter MG-Stellungen verschanzen oder euch mit Raketenwerfer aufs Korn nehmt. Sind die Kontrahenten aber nicht ausserordentlich gut gepanzert, geben sie meist nach 2-3 guten Treffern kleinbei.
Die künstliche Intelligenz der Gegner ist ein etwas zweischneidiges Schwert: Befinden sich die Widersacher in unmittelbarer Nähe, verschanzen sie sich gekonnt hinter gekippten Tischen und schielen geschickt aus der Deckung hervor. Oftmals stehen indessen weiter entfernte Soldaten ziemlich ahnungslos in der Gegend herum anstatt ihre Kollegen im Kampf zu unterstützen. Die verhältnismässig hohe Widerstandkraft des eigenen Charakters in Kombination mit den unbegrenzten Medikits geben somit auch Anfängern eine mehr als faire Chance.
Um das sehr geradlinige Ballern zusätzlich aufzupeppen, haben die Entwickler zwei interessante Features eingebaut. Es wird euch schnell auffallen, dass ein grossteil des Levelinventars wie beispielsweise Holzkisten, Müllcontainer, Fässer, Stühle und Tische von euch manipuliert werden kann. Auf Knopfdruck kippt ihr so Tische und Kisten um Deckungsmöglichkeiten zu schaffen oder werft dem Feind Benzinkanister vor die Füsse. Bedauerlicherweise ist das Leveldesign nur sehr selten wirklich auf derartige Aktionen ausgelegt, wodurch die interessante Idee stark an Reiz einbüsst.
Neben den interaktiven Umgebungen bietet Cold Winter eine Art "Bastelinterface“. In einem separaten, sehr einfach aufgebauten Menü könnt ihr aus verschiedenen, zuvor im Level aufgesammelten Gegenständen wie Flaschen, Zangen, Drähten, Benzin, etc. nützliche Items konstruieren. Wie MacGyver bastelt ihr euch so mit nur einem Knopfdruck Molotowcocktails, Dietriche und diverse Bomben. Auch hier fällt jedoch die etwas halbherzige Implementierung der im Grunde guten Idee negativ zu Buche, denn die selbst gebastelten Gegenstände werden nämlich so gut wie nie wirklich zwingen benötigt. Ausserdem scheinen die Areale an gewissen Stellen regelrecht mit den entsprechenden "Rohstoffen“ überflutet worden zu sein, was dann einen etwas unnatürlichen Eindruck hinterlässt.
Game Info
- Genre: Egoshooter
- Entwickler: Swordfish Studios
- Publisher: Vivendi Games
- Spieler offline: 4
- Spieler online: 8



