187 Ride Or Die

187 Ride Or Die Test / Review

Seit dem enormen Erfolg von GTA scheint jeder Entwickler auf den Gangsterspiel-Zug aufspringen zu wollen. Dass ein erfolgreiches Spiel jedoch mehr braucht als schwarze Protagonisten, wüste Slangausdrücke und Waffen, merken scheinbar nicht alle…

Am treffendsten lässt sich das Spielprinzip von 187 Ride or Die als Gangster-Variante von Mario Kart beschreiben, ohne jedoch dessen Qualität erreichen zu können. Ihr steuert euren Wagen durch abgesteckte Rennstrecken und müsst gleichzeitig über die Schultertasten die aufgesammelten Waffen gegen die Konkurrenz zum Einsatz bringen. Je nach Position könnt ihr den Beifahrer auffordern, nach vorne oder hinten zu schiessen. Neigt sich die Energieanzeige eines gegnerischen Fahrzeuges dem Ende, verabschieden sich die Insassen mit einer kleinen Zeitlupeneinblendung vom Kampf um den ersten Platz. Leider lassen sich die nach kurzer Zeit mehr als störend auffallenden Cutscenes nicht ausschalten.

Durch gewagte Drifts um enge Kurven füllt sich kontinuierlich eine Boost-Anzeige auf. Erreicht diese das Maximum, dürft ihr kurzzeitig mit höherer Geschwindigkeit über die Strassen jagen. Weshalb dabei jedes Mal in die Cockpitperspektive geschaltet wird, bleibt wohl für immer ein Geheimnis der verantwortlichen Programmierer. Zudem fällt auf, dass selbst bei perfekter Fahrweise und exzessivem Einsatz des Turbos der Abstand zu den Verfolgern niemals eine gewisse Distanz überschreitet. Die anderen fünf Wagen befinden sich stets in unmittelbarer Nähe, wodurch ein Rennen trotz langer Zeit der Führung in den letzten 10 Sekunden noch verloren werden kann. Dies sorgt immer wieder für unnötig frustige Momente.

Abseits der normalen Wettläufe um den ersten Platz müsst ihr euch zwischenzeitlich auch in einigen Arenakämpfen à la "Twisted Metal“ und Verfolgungsjagden mit der Polizei behaupten: Während ihr in Ersteren auf einem schwer bewaffneten Pick-Up möglichst alle Kontrahenten innerhalb eines Zeitlimits ausschalten sollt, steht ihr gegen die Gesetzeshüter ohne Argumentationsverstärker da. Und obwohl ihr innerhalb des kompletten Story-Modes mehrmals gegen die Cops antreten müsst, geschieht dies auf der immergleichen Strecke.

Auch die Steuerung gibt Grund zur Klage: Genaue Manöver werden durch die schwammig wirkende Abfrage des Analog-Sticks beinahe komplett verunmöglicht. Glücklicherweise verlangt das Streckendesign nur in den seltensten Fällen punktgenaue Lenkbewegungen. Das Gefühl, sein Fahrzeug tatsächlich zu beherrschen, kommt aber so beim Spieler zu keinem Zeitpunkt wirklich auf.

Was das Game aus noch tieferen Wertungsregionen hebt, ist der durchaus überzeugende Kooperativmodus, bei dem ihr euch zu zweit durch die dröge Storyline kämpft. Während der eine Spieler sich um das Fahren kümmert, übernimmt sein Kompagnon die Rolle des Beifahrers und versorgt die Konkurrenz mit Blei. Auch wenn sich am monotonen Gameplay dadurch kaum etwas ändert, macht die Hatz im Team ungleich mehr Spass. Die Online-Option dagegen bietet wenig Neues und lässt euch zu Rennen oder Arenafights gegen bis zu vier menschliche Kontrahenten aus aller Welt antreten.

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Game Info

  • Genre: Action
  • Entwickler: Ubisoft
  • Publisher: Ubisoft
  • Spieler offline: 2
  • Spieler online: 4

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