Fahrenheit

Fahrenheit Test / Review

Was tun, wenn man offensichtlich einen Mord begangen hat, zur Tatzeit aber keinerlei Kontrolle über seinen Körper hatte und wie ferngesteuert auf das einem unbekannte Opfer einstach? In Fahrenheit stellt sich eben diese nicht ganz alltägliche Frage?

Protagonist Locas Kane hat genau das oben beschriebene Problem. Glaubt er am nächsten Morgen anfänglich noch an einen schlechten Traum, offenbaren Blutspuren an ihm sowie in seinem Bett schnell, dass der mysteriöse Mord tatsächlich von seinen Händen ausgeführt wurde. Mit diesem Hintergrund warten auf den Spieler spannende Adventure-Stunden, in denen ihr versucht, das "Wie“ und "Warum“ um Kanes scheinbar nicht beabsichtigten Mord aufzuklären.

Dabei durchlebt ihr den spielbaren Mystery-Krimi nicht allein aus der Perspektive von Lucas, sondern schlüpft auch in die Rolle der ermittelnden Kriminalpolizistin Carla Valenti und ihrem Kollegen Tyler. Was sich anfänglich als nicht besonders gute Idee anhört, funktioniert in der Praxis ausgezeichnet - Nicht zuletzt, da sowohl die beiden Cops wie auch Lucas grundsätzlich das gleiche Ziel haben: Beide Parteien wollen herausfinden, wieso ein scheinbar unauffälliger Bürger New Yorks unter derart mysteriösen Umständen sein Leben lassen musste.

Als allwissender Spieler werdet ihr oft vor parteiische Entscheidungen gestellt. Säubert ihr beispielsweise als Kane den Tatort akribisch von Beweismitteln, müssen diese mit Carla und Tyler erstmals aufgespürt werden. Um die Herausforderung trotzdem nicht komplett zu verspielen, bedient sich Entwickler Quantic Dreams eines simplen Tricks: Durch einen gekonnten Schnitt der Kameraeinstellung wisst ihr zwar, dass unser Täter in obigem Beispiel etwas versteckt hat, aber der Ort will erst mit den beiden ehrgeizigen Polizisten entdeckt werden. Die meisten dieser Entscheidungen beeinflussen den weiteren Verlauf der Story zudem mehr oder weniger gravierend. Nach etwa zehn Stunden Spielzeit bekommt ihr schliesslich abhängig von eurem Vorgehen eines von drei möglichen Enden serviert.

Doch nicht nur durch die packende Story kommt bei Fahrenheit das Gefühl des wahrlich spielbaren Hollywood-Thrillers auf. Durch den Einsatz der Splitscreen-Technik, die Serienfans spätestens seit "24“ lieben lernten, wird die Umgebung besonders in Gefahrensituationen gleichzeitig aus verschiedenen Perspektiven gezeigt. Nähert sich am Tatort beispielsweise der im Restaurant wartende Polizist eurer Position, wird der Bildschirm vertikal geteilt. Während ihr auf der linken Seite unbeeinträchtigt weiterspielen könnt, beobachtet ihr im rechten Ausschnitt die Aktionen des Gesetzeshüters. Ein schlichtweg cooles Feature!

Im krassen Gegenteil zur verstrickten Geschichte wurde die Steuerung und Spielmechanik so simpel wie möglich gehalten. Ein Inventarmenü zum Verwalten und / oder Kombinieren von Gegenständen suchen gar Genrefans komplett vergebens. Sämtliche Aktionen werden mit dem rechten Analog-Stick in einem kontextsensitiven Menü ausgeführt, wobei eure jeweiligen Aktionsmöglichkeiten in Form von Symbolen am oberen Bildschirmrand verdeutlicht werden. Bei körperlich anstrengenden Manövern müsst ihr dagegen die beiden oberen Schultertasten möglichst schnell abwechselnd betätigen. Zusätzliche Spannung wird mit speziellen Actionsequenzen erreicht, welche ihr durch Reaktionstests im Stil von "Shenmue“ bestehen müsst.

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Game Info

  • Genre: Adventure
  • Entwickler: Quantic Dream
  • Publisher: Atari
  • Spieler offline: 1

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