
Der Pate: Das Spiel
Der Pate: Das Spiel Test / Review
Filmumsetzungen sind in der Videospielwelt seit jeher keine Seltenheit. Leider ist aber ein Grossteil dieser Spiele qualitativ eher unterer Durchschnitt. Wenn sich nun aber einige Entwickler von Electronic Arts an die Umsetzung von Francis Ford Coppolas legendärem Mafiaepos "Der Pate" machen, werden wohl nicht nur Filmfans hellhörig...
Überraschenderweise sollt ihr jedoch nicht die Ereignisse des Filmes in der Haut von Michael Carleone oder eines anderen Familienmitgliedes nachspielen, sondern dürft euch zu Beginn dank dem umfangreichen Editor einen eigenen Mafioso basteln. Der Held des Spiels taucht also nicht direkt in der Filmvorlage auf, mischt aber bei vielen tragenden Ereignissen der Originalgeschichte tatkräftig mit. Auch wenn sich Don Vito und Michael Carleone meist dezent im Hintergrund halten, trefft ihr auf den Strassen des New Yorks von 1945 bis 1955 des Öfteren auf bekannte Gesichter wie Santino "Sonny" Corleone, den Familienanwalt Tom Hagen oder den Mann fürs Grobe, Luca Brasi.
Bevor ihr jedoch bei den Big Deals mitmischen dürft, müsst ihr euch auf der Strasse profilieren und so den Respekt der Familie verdienen. Dies geschieht natürlich mit dem erfolgreichen Erledigen verschiedenster Aufträge: Von der klassischen Schutzgelderpressung bis hin zur feindlichen Übernahme eines illegalen Spielkasinos ist alles dabei, was sich das sizilianische Corleone-Herz nur wünschen kann. Wer so fleissig Respektpunkte sammelt steigt nicht nur im Rang der Carleones, sondern darf zudem die Fähigkeiten seines Charakters verbessern.
Abseits der Story-Missionen sorgt ihr zusätzlich dafür, euer Einflussgebiet zu vergrössern. Dazu eignet sich hauptsächlich die Schutzgelderpressung. Spaziert ihr in ein Geschäft und nehmt die Einrichtung und / oder den Besitzer tüchtig auseinander, wird man euch gerne ein wöchentliches Schutzgeld bezahlen. Die so ergaunerten Dollars investiert nicht nur in neue Klamotten oder Waffen, sondern schmiert damit korrupte Gesetzeshüter oder beteiligt euch an illegalen Casinos und Bordellen. Ist der angepeilte Laden im Besitz einer konkurrierenden Bande, wird die Sache ungleich schwieriger, da mit Sicherheit einige Schläger zur Verteidigung abgestellt wurden. Zum Glück beherrscht euer Gangster allerlei Schläge und Kicks, die sich über das vergleichsweise komplexe Kampfsystem zu schmerzhaften Combos verknüpfen lassen. Bei einer feindlichen Übermacht greift ihr vorzugsweise zur Waffe: Colts, Schrottflinten, Dynamit, Molotow-Cocktailes und Maschinengewehre stehen zur Verfügung. Bei genügend hohem Kontostand bieten ein paar versteckte Waffenhändler ausgefallene Sonderanfertigungen an.
Wie es sich für ein Spiel in der Machart von Rockstars "GTA" gehört, zu welchen auch "Der Pate" fraglos gehört, findet das Ganze in einer riesigen, lebendigen und aufwendig inszenierten Spielumgebung statt. Die Auftraggeber und Missionsziele finden sich praktischerweise stets auf einer kleinen Minikarte am unteren Bildschirmrand, somit habt ihr trotz der ausladenden Spielwelt keinerlei Orientierungsprobleme. Die Strassen der Stadt sind mit verschiedenen Passanten und Autos sehr lebendig in Szene gesetzt worden und natürlich darf man Fussgänger ansprechen oder vorbeifahrende Autos gewaltsam "ausleihen". Trotzdem werden die teilweise sehr langen Fahrten durch die Stadt leider zu schnell langweilig. Man benötigt oftmals einfach zu viel Zeit um von Punkt A nach B zu kommen. Bei Verfolgungsjagden erweisst sich zudem das klobig wirkende Lenkverhalten in Kombination mit der trägen Kamera als Spielspassbremse.
Game Info
- Genre: Action-Adventure
- Entwickler: Electronic Arts
- Publisher: Electronic Arts
- Spieler offline: 1



