
Forbidden Siren 2
Forbidden Siren 2 Test / Review
Bereits vor zwei Jahren stand der erste Teil bei uns auf dem Prüfstand und konnte trotz packender Atmosphäre aufgrund eines zu hohen Schwierigkeitsgrades und den damit verbundenen, häufigen Frustmomenten nur bedingt überzeugen. Beim Blick auf den mittlerweile bereits erhältlichen, zweiten Teil scheinen die Entwickler sich der Kritikpunkte des Vorgängers jedoch nur begrenzt angenommen zu haben.
Da die Gegner nach wie vor nicht dauerhaft getötet werden können, ist auch bei Forbidden Siren 2 ein bedächtiges Vorgehen das sprichwörtliche A und O. Wer nicht vor einem Vorstoss die Lage entsprechend sondiert, wird gerade in den späteren Levels kaum reelle Überlebenschancen haben. Hier kommt das eigentlich Innovative "Ich sehe durch die Augen des Feindes"-Feature zum Einsatz: Auf Knopfdruck dürft ihr jederzeit dank übernatürlicher Fähigkeiten die Gegend aus den Blickwinkeln des herumirrenden Gegnervolkes erkunden. So erkennt ihr Laufwege der Kontrahenten und erkundet passiv bisher unbekannte Winkel der Levels. In seltenen Fällen könnt ihr damit auch wichtige Hinweise oder Informationen für ein Weiterkommen wie beispielsweise einen Zahlenschlosscode ergattern.
Leider gibt es aber genau wie im Vorgänger noch immer deutlich zu viele Trail&Error Passagen. Die hauptsächliche Schuld daran trägt die fehlende Übersicht in den teilweise recht verwinkelten und fast immer im dunklen gehaltenen Spielumgebungen. Allein indem angepeilte Feinde und damit bekannte Gehwege in der aufrufbaren Karte eingezeichnet würden, hätte man eine Menge unnötige Frustmomente ausmerzen können. Immerhin ist aber im Vergleich zum ersten Teil die Position der eigenen Spielfigur ständig auf der Karte verzeichnet, so dass einem die Orientierung zumindest ein wenig erleichtert wird.
Zusätzlich erschwert wird die fast schon lebensnotwendige Übersicht durch eine ziemlich störrische Kameraführung. Selbst beim manuellen Einstellen des Blickwinkels benötigt man oft mehrere Anläufe, bis auf dem Bildschirm endlich die Levelecke erscheint, welche man wirklich sehen will. Gepaart mit der ansonsten schon eher trägen Steuerung der nicht gerade agilen Charaktere wird der Spielfluss unnötig stark ausgebremst. Gerade bei direktem Feindkontakt erweisen sich diese Mankos verständlicherweise zur echten Spielspassbremse und der Kampf mit den Kontrahenten verkommt schnell zu einem eher unkontrollierten Knöpfedrücken.
Grafisch wird das Ganze glücklicherweise etwas aufgepeppt. Ob dunkle Waldwege, alles andere als einladend wirkende, zerfallene Gebäude, wabernde Nebelbänke oder blutverschmierte Leichen - die Umgebungen vermitteln stets ein beklemmendes Horror-Gefühl und sorgen damit für eine sehr gelungene Atmosphäre. Bedauerlicherweise entdeckt man aber nach einer gewissen Spielzeit unweigerlich, dass sich gewisse Levelelemente regelmässig wiederholen und sich bei vielen Umgebungen trotz grundsätzlich anderem Aufbau ein gewisses Déja-Vu Gefühl einstellt. Die ungewöhnlichen Charaktere können indessen dank qualitativ guten Fototexturen ohne Frage überzeugen, auch wenn der Stil durchaus gewöhnungsbedürftig sein kann. Insgesamt zeichnen sich somit technisch gewisse Verbesserungen gegenüber dem ersten Teil ab, ein echter Quantensprung bleibt aber trotzdem aus.
Game Info
- Genre: Survival-Horror
- Entwickler: SCEJ
- Publisher: SCEE
- Spieler offline: 1



