Yakuza

Yakuza Test / Review

Spätestens seit dem Erfolg der Grand Theft Auto Serie erfreuen sich Spiele über das organisierte Verbrechen in der Spielergemeinde grösster Beliebtheit und sorgen nicht zuletzt wegen 'heissem Kaffee' unter Politikern für hitzige Diskussionen. Mit Yakuza gewährt uns Sega nun zum ersten Mal einen Einblick in die Welt der kriminellen Familiensyndikate Japans.

Ihr schlüpft dabei in die Rolle des als Verräter gebrandmarkten Kazuma Kiryu, der nach zehn Jahren Haft für die Ermordung eines Familienoberhauptes seine Freiheit wiedererlangt. Auf der Suche nach seiner ehemaligen Verlobten, die ihr Gedächtnis an jenem Tag verlor wird Kazuma bald zu einer Schlüsselfigur in einem Machtkampf zwischen den Vorsitzenden des Tojo Clans. Was genau die neunjährige Haruka damit zu tun hat und warum ihr Anhänger der Schlüssel zu gestohlenen zehn Milliarden Yen ist, entfaltet sich dabei erst im Verlauf der Ereignisse.

Die in 13 Kapitel unterteilte Geschichte ist in der Tat aussergewöhnlich spannend und voller unvorhersehbarer Wendungen. Wenn sie sich auch teilweise an viele Clichés klammert, schafft sie einen authentischen Einblick in die Welt der Yakuza und ist die treibende Kraft des Spiels, grösstenteils auch weil das restliche Gameplay leider nicht ganz mithalten kann.

Fast die gesamte Handlung spielt nämlich in einem kleinen, aber dafür detailiert gestalteten Stadtteil Tokyos, der nur zu Fuss begehbar ist. Meist wühlt man also durch die Menschenmengen von A nach B um weniger später nach C oder gar zurück nach A rennen zu dürfen. Dabei halten euch des öfteren Kleinganoven oder Yakuza-Anhänger auf, die gerne engeren Kontakt mit euren Fäusten knüpfen würden, was in etwa einem Random Battle in japanischen Rollenspielen gleichkommt. Nebst euren Fäusten dürft ihr euch auch mit diversen Schlagwaffen, Schwertern oder Mobiliar gegen die Angreifer wehren. Die einzigen Schusswaffen gegen Ende des Spiels sind Pistolen, die ihr bewusstlosen Gegnern abnehmen könnt, allerdings haben die meisten bis dann nur noch eine Patrone im Magazin.

Für den Sieg über einen Gegner erhält Kazuma etwas Geld und Erfahrungspunkte, mit denen er seine Kampfkünste verbessern darf. Die meisten Missionen enden in ähnlichen Szenarien, nur das dabei noch ein meist besonders starker Bosskämpfer mitmischt, was leider nur allzu schnell etwas repetitiv wird. Neue, erlernbaren Combos und Quick Time Events lockern aber die Kämpfe gewaltig auf und sehen dabei meist noch sehr schick aus.

Nebst storybasierten Missionen dürft ihr euch aber auch anderweitig austoben, beispielsweise im  Kasino, Arcadehallen, Clubs oder anderen Etablissements. Ausserdem stehen auf den Strassen diverse ansprechbare Personen, die gerne ihre Problemchen auf euch abladen würden, was die Spieldauer über die rund 12 Stunden der Geschichte verlängern kann.

Technisch ist Yakuza mit gemischten Gefühlen zu beurteilen. Die Grafik ist für ein PS2 Spiel mit konstant guter Framerate beachtlich, die Kampfanimationen sind flüssig und die hervorragende Mimik in den zahlreichen Zwischensequenzen verleiht den Charaktere enorme Tiefe.Ebenfalls beeindruckend ist die Masse an Passanten auf Tokyos mit Leuchtreklame und Lichterketten gezäunten Strassen. Ärgerlich sind dabei allerdings kurze Ruckler beim Betreten eines neuen Strassenabschnitts beispielsweise an einer Kreuzung, bei der das Bild jeweils kurz einfriert, bis die Szenerie geladen ist.

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Game Info

  • Genre: Action-Adventure
  • Entwickler: Amusement Vision
  • Publisher: Sega
  • Spieler offline: 1

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