
Superman Returns
Superman Returns Test / Review
Betrachtet man die bisherigen Superman Videospiele, könnte man glatt auf die Idee kommen, der Mann aus Stahl sei nicht wirklich für das interaktive Erlebnis geschaffen. Deshalb bedeutet es leider auch nicht allzu viel, sich das beste Superman Game rühmen zu dürfen...
Superman basiert auf dem gleichnamigen Kinofilm, welcher zurzeit als neue DVD im Handel zu finden ist. Damit gehört das Spiel klar in die Kategorie Filmumsetzungen. Auch beim allgemein, durchaus gerechtfertigten, eher schlechten Ruf, welcher Spiele zu aktuellen Kinofilmen haben, muss man diese dennoch etwas zu gute halten: Fast alle weissen eine zum Film passende, meist spannende und abwechslungsreiche Hintergrundgeschichte auf.
Nicht aber Superman Returns. Wer die Filmvorlage gesehen hat, wird sich berechtigterweise fragen, was die zusammenhangslose, kaum existente Story im Spiel damit gemein hat. Diejenigen unter euch, welche den Streifen nicht kennen, werden so oder so anhand der kurzen Zwischensequenzen nicht verstehen, was Oberschurke Lex Luthor für böse Pläne schmiedet. Schlimmer noch: Ihr kämpft während des gesamten Spiels nicht ein einziges Mal gegen Lex! Dafür steht ihr einigen Feinden gegenüber, welche im Film nicht mal im Entferntesten zu finden sind. Ihr dürft noch nicht einmal Luise Lane vor drohenden Gefahren retten. Ebenfalls in keinster Weise wird die immerwährende Beziehungsgeschichte von Clark Kent und der schönen Reporterin im Spiel aufgegriffen, was vielleicht auch etwas damit zu tun hat, dass ihr nur als Superman und nie als Clark Kent in Metropolis unterwegs seid.
So fliegt man als Superman durch das virtuelle Metropolis. Ihr habt dabei glücklicherweise völlige Bewegungsfreiheit und dank der Fähigkeit zu fliegen, ist dies auch durchaus der interessanteste Aspekt im Spiel. Wenn ihr euch hoch über der Stadt befindet und dann im Sturzflug zwischen Wolkenkratzern über die Köpfe der Bewohner braust, kommt schon ein beachtlich gutes Superman-Feeling auf. Ebenso gelungen ist die Implementierung der Unverwundbarkeit. Superman verfügt über keinen Lebensbalken, dafür spendierte man der Stadt selbst eine Gesundheitsanzeige. Wenn die Bösewichte zu viele Häuser zerstören, mit Wagen um sich werfen oder die Zivilbevölkerung schädigen, leert sich die entsprechende Anzeige bis zum "Game Over".
Leider erlebt der so aufgekommene Spielspass aber zu dem Zeitpunkt einen harten Dämpfer, wenn man entdecken muss, dass dies im Grunde schon alles ist, was das Spiel in positiver Hinsicht auszeichnet. Die einzelnen Missionen werden durch das Anfliegen bestimmter Locations ausgelöst. Nur gibt es leider keinerlei Hinweise darüber, wo die nächste Aufgabe wartet. So fliegt man meist mehr oder weniger Ziellos durch das virtuelle Metropolis. Die eintönigen Missionen werden einzig von kleinen Renneinlagen gegen Mister Mxyzptlk aufgelockert.
Nichts Gutes können wir auch über die technische Präsentation von Superman Returns sagen. Aus einiger Entfernung sieht das Stadtbild zwar noch annehmbar aus, steht ihr aber direkt in einer Häuserschlucht, lassen sowohl Texturqualität als auch Detailreichtum stark zu wünschen übrig. Erschwerend kommt hinzu, dass die Engine mit ständigen Pop-Ups, Draw-Ins und Clipping-Fehlern sowie regelmässigen Einbrüchen in der Bildrate zu kämpfen hat. Probleme bereitet auch immer wieder die Kameraführung: Zu oft wird euch die Sicht durch Häuser, Autos, Passanten oder Feinde versperrt.
Game Info
- Genre: Action-Adventure
- Entwickler: Tiburon
- Publisher: Electronic Arts
- Spieler offline: 1
- Releasedatum: 14.12.2006 (erschienen)



