Tomb Raider: Anniversary

Tomb Raider: Anniversary Test / Review

Wie der Phönix aus der Asche meldete sich die gute Lara mit Tomb Raider: Legend vor einem Jahr eindrucksvoll zurück. Vom gleichen Entwicklungsstudio erreicht uns dieser Tage nun zum zehnjährigen Jubiläum des legendären ersten Teils ein Remake des Klassikers, der aus einer Videospiel-Figur eine der berühmtesten Persönlichkeiten der Neunziger machte.

Anniversary bleibt vor allem was Leveldesign und Geschichte angeht dem Original treu, profitiert aber von der enorm verbesserten Steuerung, schönerer Grafik und einer Fülle von neuen Akrobatikeinlagen, die die adrette Dame auf ihren späteren Abenteuern gelernt hat. Wie im direkten Vorgänger krallt sich die gelenkige Heldin an Vorsprüngen fest, schwingt sich mit Hilfe ihres Enterhakens über tiefe Abgründe oder balanciert in windigen Höhen auf Pfahlspitzen, um an versteckte Schätze und Schalter zu gelangen. Erfreulich ist dabei, dass Frau Croft oft mitdenkt und bei etwas ungenauen Sprüngen gerne selbst in Richtung eures Ziels nachjustiert, was die Zahl der virtuellen Tode zumindest etwas in Grenzen hält.

Die knackigen Rätseleinlagen, die sowohl gute Vorausplanung wie präzise Ausführung erfordern, gleichen zwar in ihrem Grundprinzip meist dem Konzept des Originals, machen aber in grossem Masse von Laras neuen Fähigkeiten gebrauch und verleiht ihnen eine noch höhere Komplexität. Erfreulicherweise wurden diese Anpassungen des Leveldesign an Laras neues Trickrepertoire vollzogen, ohne aber den Charme und Wiedererkennungswert besonders erinnerungsreicher Passagen zu opfern und Tomb Raider Fans der ersten Stunde dürften bei deren Anblick zumindest innerlich die eine oder andere Freudenträne verdrücken.

Wie im Original führt euch eure Suche nach den Teilen eines mystischen Artefakts namens Scion zu einer alten Inkastätte in Peru, einem zerfallenen Kloster in Griechenland, den ägyptischen Pyramiden sowie eine geheimnisvolle Insel im Nirgendwo des Ozeans, ihr dürft aber auch Laras Anwesen im schönen England erkunden. Zunächst tätigt ihr eure Reise im Auftrag der millionenschweren Jacqueline Natla, doch nach einer kleinen Auseinandersetzung mit einem ihrer Schergen begibt sich die Schönheit kurzerhand selbstständig auf die Jagd nach dem Gegenstand, von dem bereits ihr verstorbener Vater wie besessen war. Zwar versuchen die Entwickler in der Neuauflage, der stark am Original gehaltenen Geschichte und insbesondere Lara mehr Tiefe zu verleihen, doch da der Handlung vor zehn Jahren nicht die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt wurde wie in heutigen Spielen, gelingt das aufgrund des Quellmaterials nur bedingt. Immerhin wurden aber sämtliche Rendersequenzen von damals in Spielgrafik neu aufgelegt und überzeugen durch ihre 1:1 Umsetzung, sowie eine ordentliche deutsche Synchronisation.

Allerdings birgt die starke Anlehnung an den ersten Teil auch den einen oder anderen negativen Aspekt, die das Spieldesign im Vergleich mit modernen Action-Adventures teilweise veraltet oder unfair erscheinen lassen. Allen voran ist die Tatsache, dass das Spiel enorm viele Trial and Error Passagen für euch bereit hält, bei denen Lara dutzende, ja gar hunderte Male den virtuellen Löffel abgeben wird. Gerne würde man nach einer gemeisterten Sprungkombination über Stachelfallen und Lavagruben das Spiel speichern, bevor man weitere Schritte plant, doch leider geschieht das nur automatisch an den grosszügig verteilten Checkpoints. Dieses System entmutigt vor allem, besonders risikoreiche Erkundungstouren zu unternehmen, um an verborgene Schätze wie neue Waffen zu gelangen, da jede Aktion auf dem Rückweg zum Tod führen kann und die ganze Arbeit umsonst gewesen ist. Einzige Option, um aufgesammelte Items zu sichern ist dann, einen bereits besuchten Checkpoint zu durchwandern und sich dann der weiteren Erkundung zuzuwenden.

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Game Info

  • Genre: Action-Adventure
  • Entwickler: Crystal Dynamics
  • Publisher: Eidos Interactive
  • Spieler offline: 1
  • Releasedatum: 31.05.2007 (erschienen)

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