
Manhunt
Manhunt Test / Review
Off you go…
Eines dürfte klar sein: Manhunt ist mit absoluter Sicherheit kein Spiel, dass für jüngere Zielgruppen gedacht ist. Die regelmässige, blutige Darstellung von Enthauptungen mit Baseballschlägern oder rostigen Drähten, Tode durch Stiche in den Kopf des Gegners mittels Schraubenzieher und ähnliche Grausamkeiten werden Jugendschützer in Scharen empören. Selbst nach dem Ableben eures Kontrahenten kann diesem beispielsweise mit einem kräftigen Schlag noch der Kopf zertrümmert werden. Rockstar gelang es mit Manhunt, die Messlatte für Gewalt in Videospielen erneut eine ganze Stufe höher zu setzten.
Doch ist die exzessive Gewaltdarstellung durchaus nicht nur Mittel zum Selbstzweck. Das Spiel kann von Beginn an eine unglaublich dichte, bedrückende Atmosphäre aufbauen. In der Rolle von James Earl Cash, einem zum Tode verurteilten, beginnt das bizarre Abenteuer. Anstelle der tödlichen Giftspritze verabreicht man euch aber ein einfaches Schlafmittel und ihr findet euch plötzlich mitten in der Stadt Carcer City wieder. So irrt ihr in der hermetisch abgeriegelten Stadt als unfreiwilliger Star einer wahrlich makabren Fernsehshow à la BigBrother umher. Sämtliche anderen Personen, die so genannten Hunter, haben nur ein Ziel: Euch möglichst schnell zu töten! Um das tödliche Spiel zu gewinnen, müsst ihr die gesamte Stadt lebend durchqueren.
Der einzige Kontakt zur Aussenwelt ist der Regisseur der Show, welcher euch in regelmässigen Abständen die Aufträge erläutert. Anfangs noch völlig unbewaffnet lernt ihr schnell, euch zur Wehr zu setzten. Dabei werden neben offensichtlichen Waffen wie Machete, Baseballschläger und später diversen Schusswaffen auch ganz alltägliche Gegenstände wie Plastiktüten, rostige Drähte, Schraubenzieher oder Glassplitter für eure Kontrahenten zur tödlichen Bedrohung. Mit Wurfgeschossen wie Flaschen, Bachsteine oder abgetrennten Köpfen erlegter Hunter (ja, ihr habt richtig gelesen!) könnt ihr die Gegnerschar zusätzlich ablenken und verwirren.
Das grundsätzliche Gameplay lässt sich am besten mit “Metal Gear Solid“ vergleichen. Denn trotz des hohen Grades an Brutalität habt ihr nur eine Überlebenschance, wenn ihr möglichst unentdeckt und leise agiert. Wer in einfacher Rambo-Manier durch die Levels läuft oder beispielsweise durch umgestossene Mülltonnen unnötig Lärm verursacht, wird den Protagonisten innert kürzester Zeit tot auf dem Boden wieder finden. Vielmehr gilt es die Umgebung und besonders lichtarme Ecken geschickt zu nutzen. In Letzteren, den “Safe Zones“, können euch Gegner nicht mal erkennen, wenn sie nur zentimeterweit von euch entfernt sind. Dies ist zwar nicht sonderlich realistisch, entpuppt sich im Spiel aber als unverzichtbare Hilfe. Im Kampf gegen mehr als einen Kontrahenten habt ihr meist nicht den Hauch einer Chance, weshalb ihr die in Gruppen auftauchenden Jäger durch Ablenkungsmanöver möglichst separieren müsst um dann einen nach dem anderen einzeln zu erledigen. Kurz: Taktik und Geduld ist alles!
Game Info
- Genre: Action
- Entwickler: Rockstar North
- Publisher: Rockstar
- Spieler offline: 1



