
Rogue Galaxy
Rogue Galaxy Test / Review
Entwicklerstudio Level 5 machte sich bereits mit Meisterwerken wie Dark Chronicles und Dragon Quest 8 einen Namen und darf zweifelsfrei zu den besten Rollenspiel-Schmieden unserer Zeit gezählt werden. Mit Rogue Galaxy erreicht uns nun der letzte PS2 Titel der Japaner und dieser braucht sich nicht hinter seinen Vorgängern zu verstecken.
Ihr schlüpft dabei in die Rolle von Jaster Rogue, der sich nichts sehnlicher wünscht, als seinem staubigen, von einem fremden Imperium besetzten Heimatplaneten zu entkommen und die Weiten der Galaxie zu erkunden. Aufgrund einer kleinen Verwechslung bietet sich ihm bald genau diese Gelegenheit und Jaster heuert auf der Dorgenark an, dem Schiff einer Bande von Weltraum-Piraten. Zusammen mit der hübschen Kapitäns-Tochter Kisala, Navigator-Roboter Steve, Simon, einem Alien mit schottischem Akzent, dem zwielichtigem Schatzjäger Zegram und einer handvoll weiterer obskuren Gestalten macht sich die Crew auf, einen sagenumwobenen Schatz zu finden und enthüllt dabei die dunklen Machenschaften eines Megakonzerns und die Geheimnisse um Jasters Vergangenheit.
Enttäuschenderweise kommt die Handlung zunächst nur schleppend in Fahrt und der eigentliche Plot enthüllt sich erst nach einem ungeplanten Zwischenstopp auf einem Dschungelplaneten und dem mit Umwegen verbundenen Erhalten eines Landevisa – ja, auch Piraten müssen sich der Bürokratie beugen. Doch auch nachdem diese Hürden genommen sind, bleibt die Geschichte leider oft absehbar und ist durch und durch mit zahlreichen Klischees geschmückt. Immerhin führt euch eure Reisen aber zu exotischen Planeten, witzigen, wenn auch stereotypischen Charakteren und Unmengen von Gegnerhorden, durch die ihr euch euren Weg bahnen dürft.
Denn Rogue Galaxy ist grundsätzlich ein unterhaltsamer Dungeon-Crawler, der vor allem dank tonnenweise Nebenaufgaben zu überzeugen weiss. Ähnlich wie in Kingdom Hearts seid ihr meist mit drei Crew-Mitgliedern unterwegs und könnt dabei wählen, welchen Protagonisten ihr direkt befehligen wollt, während eure zwei Gefährten vom Computer gesteuert werden. Bewegt sich euer Gespann nun durch die Labyrinth-artig verzweigten Gebiete wie von Flüssen durchzogene Dschungel, Häuserschluchten einer Grossstadt oder verfallene Ruinen werdet ihr in regelmässigen Abständen von Feinden angegriffen. Dabei wechselt das Spiel jedoch nicht wie bei anderen Genre-Vertretern in eine separate Kampfarena, was enorm zum Spielfluss beiträgt. Gekämpft wird dabei komplett in Echtzeit, wobei ihr jeweils mit einer Nah- sowie einer Fernkampfwaffe ausgerüstet seid. Meist reicht es, wie wild die beiden Angriffsknöpfe zu drücken, wobei ihr ab und zu warten müsst, bis sich eure Aktionspunkte wieder aufgefüllt haben. Gegen manche Feinde hilft jedoch nur ein taktisches Vorgehen. So gibt es Gegner, die nur am Kopf Schaden nehmen oder deren Energieschild erst mit der passenden Waffe neutralisiert werden will, ehe eure Attacken Wirkung zeigen.
Eigentlich gedacht, um das Kampfgeschehen um einige Facetten zu bereichern enthüllen insbesondere diese taktisch anspruchsvolleren Gegner aber schnell einen schweren Makel des Spiels, nämlich die recht dümmliche künstliche Intelligenz eurer Mitstreiter. Hinzu kommt, dass Rogue Galaxy mit Sicherheit kein einfacher Titel ist, wobei der Schwierigkeitsgrad eher mit frustrierend statt fordernd beschrieben werden kann. Die enorm starken Angriffe eurer Gegner können zwar mit etwas Timing geblockt werden, doch eure zwei Piratenkollegen halt davon meist wenig und befinden sich oft bereits nach wenigen Sekunden im roten Bereich, so dass ihr überproportionell viel Zeit damit verbringen müsst, Heiltränke auszuschenken, anstatt munter draufzuhauen. Immerhin offerieren eure Verbündeten gelegentlich während des Kampfes Vorschläge, welche Items oder Fähigkeiten sie gerne einsetzen wollen und per Druck auf die entsprechende Schultertaste wird diese Aktion umgehend ausgeführt. Dennoch beisst eure Crew gerne und oft ins virtuelle Gras, weshalb regelmässiges Hochstufen in der Nähe der grosszügig gesäten Speicherpunkte, die auch als Heil- und Teleportstation dienen, sehr zu empfehlen ist.
Game Info
- Genre: Rollenspiel
- Entwickler: Level 5
- Publisher: SCEE
- Spieler offline: 1
- Releasedatum: 03.09.2007 (erschienen)



