
Valkyrie Profile 2: Silmeria
Valkyrie Profile 2: Silmeria Test / Review
Das ursprüngliche Valkyrie Profile auf der PlayStation avancierte in Japan und Nordamerika schnell zum Kult-Klassiker und seit seiner Portierung für die PlayStation Portable vor einigen Monaten dürfen auch europäische Spieler den Charme des an die nordische Mythologie angehauchten Rollenspiels geniessen. Mit Valkyrie Profile 2: Silmeria erreicht uns nun die Fortsetzung der Saga, doch auch wer noch nicht mit der Serie vertraut ist, darf ungeniert zugreifen, denn unsere Geschichte spielt Jahrhunderte vor den Ereignissen des Originals.
Zu jener Zeit diente die Walküre Silmeria noch unter Göttervater Odin und sammelte für ihn die Seelen der toten Krieger ein, um sie nach Walhalla zu geleiten. Nach einem bestimmten Vorfall ist Silmeria jedoch von Zweifeln geplagt und lehnt sich gegen Odin auf, der darauf hin ihre Seele reinkarnieren will. Doch das Ritual bleibt unvollendet und Silmeria erwacht im Körper der jungen Prinzessin Alicia, Thronerbin des Königreichs Dipan. Aufgrund ihrer gespaltenen Persönlichkeit wird das schüchterne Mädchen von ihrem Vater in ein fernes Schloss verbannt, in dem sie gemeinsam mit Silmeria ihre einsame Jugend verbringen muss. Als Fürst Odin einen erneuten Angriff auf die rebellische Schildjungfer unternimmt, muss Alicia aus ihrem goldenen Käfig fliehen und ein Kampf um die Zukunft von Midgard beginnt.
Die Geschichte gipfelt dabei in einigen überraschenden Wendungen und Enthüllungen, entwickelt sich aber zunächst nur gemächlich und einen Grossteil der Spielzeit verbringt man mit einer Schnitzeljagd nach einem legendären Artefakt, vom dem sich unsere Helden den entscheidenden Faktor zum Sieg über den übermächtigen Gegner erhoffen. Im Verlauf der Handlung schliessen sich Alicia und Silmeria unter anderem der Abenteurer Rufus, der einem jungen Jack Sparrow gleicht, Krieger Dylan, Magier Lezard und die Schatzjäger Leone und Arngrim an, doch dem Spiel fehlt es oft an tiefschürfender Charakterentwicklung und so bleibt der Handlungsfaden oft etwas dünn. Zusätzlich zu den Hauptcharakteren schlummern in Silmerias Geist auch noch die zahlreichen Einherjar, die gesammelten Seelen der gefallenen Krieger und oft trefft ihr in alten Gemäuern und abgelegenen Feldern auf Erinnerungsstücke, welche die Toten wieder manifestieren können, um sie in eure Gruppe aufzunehmen. Anders als im Vorgänger geht es hier aber nicht darum, eine riesige Armee für eine finale Schlacht zu bilden und auch um ein Zeitlimit braucht man sich hier keine Sorgen zu machen. Insgesamt nähert sich der zweite Teil im Vergleich zum Original den üblichen Rollenspiel-Konventionen, doch viele Elemente, nicht zuletzt das hochinteressante Kampfsystem, lassen den Titel aus der Masse herausstechen.

Mit einer Truppe von bis zu vier Kämpfern müsst ihr euch in einer kleinen, oft mit Hindernissen wie Sümpfen oder Wänden gespickten 3D Arena euren Widersachern stellen. Diese besitzen, wie ihr selbst auch, einen gewissen Angriffssektor und greifen sofort an, wenn ein Party-Mitglied in ihre Reichweite gelangen sollte. Dabei bewegen sich Freund und Feind immer gemeinsam, das heisst, immer wenn ihr einen Schritt tätigt, bewegen sich auch eure Feinde. Um Attacken zu vermeiden, was äusserst ratsam ist, da Gegner oft enorm viel Schaden anrichten können, kann eure Gruppe kleine Zwischensprints einlegen, um beispielsweise über den Angriffsbereich eines Gegners zu hüpfen oder sich von hinten heranzuschleichen. Wo ihr einen Gegner trefft, kann nämlich oft gravierende Unterschiede zur Folge haben, da viele Gegner Panzerungen tragen, die viele Angriffe absorbieren. Nähert ihr euch einem Monster auf Schlagdistanz, könnt ihr eine Attacke initiieren, indem ihr die euren vier Kämpfern zugewiesenen Knöpfe drückt, wobei zwar auch wildes Button Mashing zum Ziel führen kann, präzises Timing und koordiniertes Vorgehen aber zweifellos mehr Erfolg bringt, nicht zuletzt, da möglichst zerstörerische Kombos zusätzliche Gegenstände mit sich bringen. Solltet ihr es sogar schaffen, die Komboleiste zu füllen, dürft ihr, entsprechende Waffe vorausgesetzt, zu einem vernichtenden Schlag ansetzen, der besonders gegen die oft sehr zähen Endbosse enorm nützlich sein kann. Übrigens können die Angriffe mit zwei der Charaktere auch einem zweiten Spieler auferlegt werden, allerdings ist dieses Feature recht unnütz, da der Rest des Spiels nicht gerade zum Spielen zu zweit geeignet ist.
Game Info
- Genre: Rollenspiel
- Entwickler: Tri-Ace, Square Enix
- Publisher: Koch Media
- Spieler offline: 2
- Releasedatum: 06.09.2007 (erschienen)



