
Legacy of Kain: Defiance
Legacy of Kain: Defiance Test / Review
Die Zusammenkunft der finsteren Herren
Premiere in Crystal Dynamics’ Vampirsaga: Im mittlerweile fünften Teil der Geschichte um das Reich Nosgoth steuert der Spieler die beiden Erzrivalen Kain (“Blood Omen“) und Raziel (“Soul Reaver“) das erste Mal gemeinsam durch ein Abenteuer. Beide sind auf der Suche nach jener geheimnisvollen Macht, welche ihr Schicksal bestimmt und somit auch den Lauf der Geschichte verändern kann. Besonders Anhänger der Serie und Spieler der Vorgänger werden in Defiance endlich Antworten auf bisher ungeklärte Fragen finden. So wird unter anderem auch die Rolle von Moebius und der Hylden in der verzwickten Geschichte offenbart. Deshalb will ich hier auch nicht näher auf die epische Storyline eingehen. Neulinge werden aber dem roten Faden auch trotz Wissenslücken folgen können.
Da die Erzfeinde aber kaum gemeinsame Sache machen würden, wurde das Spiel in 15 getrennte Kapitel unterteilt. So spielt ihr das Abenteuer abwechslungsweise aus der Sicht der ungleichen Kämpfer und betrachtet die Story so aus verschiedenen Blickwinkeln. Da sich beide Charaktere beinahe identisch steuern, führt der ständige Wechsel zu keinerlei Problemen. Leider sucht ihr aber dadurch spielerische Unterschiede zwischen Kain und Raziel grösstenteils vergebens.
Die Zusammenführung der beiden Vampire ist aber nicht die einzige Neuerung an Defiance. Das gesamte Kampfsystem wurde komplett überarbeitet und erinnert nun mehr an Capcoms “Devil May Cry“ als an die vorherigen Titel der Serie. So attackiert ihr eure Gegner in rasantem Tempo mit zahllosen vertikalen und horizontalen Schlägen – spektakuläre Uppercuts und In-Air-Combos inklusive. Reichen die normalen Hiebe nicht aus, könnt ihr mit zunehmender Kampferfahrung auch diverse Spezialattacken zu Hilfe ziehen. Des Weiteren verfügt ihr neben reiner Kraft auch über telekinetische Fähigkeiten. Diese erlauben es euch neben dem Umlegen von entfernten Schaltern Kontrahenten mit Gedankenkraft an der Gurgel zu packen, in die Luft zu schleudern oder gleich am nächsten Kronleuchter aufzuspiessen. Besonders das Experimentieren mit diesen Fähigkeiten macht eine ganze Menge Spass. Nicht ganz nachvollziehbar ist für mich das komplette Fehlen der Fähigkeit, gegnerische Hiebe zu blocken. Immerhin könnt ihr aber schnelle Ausweichschritte zur Seite ausführen.
Während ihr in den beiden letzten Vorgängern noch eine Auswahl an verschiedenen Waffen hattet, ist eure (nicht vorhandene) Auswahl hier auf das Soul Reaver Schwert begrenzt. Nachdem ihr einen Feind genügend geschwächt habt, könnt ihr ihn zur Auffrischung eurer Lebensenergie missbrauchen: Während Kain auf das Blut des Gefallenen aus ist, bevorzugt Raziel wie gewohnt dessen Seele als Stärkung. Erfreulicherweise stoppen jegliche anderen Angreifer während der kurzen Sequenz der Lebensauffrischung ihre Attacken. Auch das Reaver Schwert kann mit der Energie geschlagener Kontrahenten aufgeladen werden, um die Kraft der Klinge zu erhöhen. Zusätzlich kann der vielseitige Argumentationsverstärker auch mit neun verschiedenen Elementen wie Wind, Erde, Wasser oder Feuer belegt werden. Gott sei Dank könnt ihr diese Belegung aber jederzeit mittels Digikreuz direkt wechseln und müsst nicht wie in Soul Reaver 2 ständig nach Umfärbe-Apparaturen suchen. Daraus resultieren einige kniffelige Denkaufgaben und Rätsel.
Game Info
- Genre: Action-Adventure
- Entwickler: Chrystal Dynamics
- Publisher: Eidos
- Spieler offline: 1



