
I-Ninja
I-Ninja Test / Review
Kleiner Ninja ganz gross?
Ninjas stellen normalerweise in Videospielen immer einen sauberen, heldenhaften und kämpferischen Part dar. Nicht so in Namcos I-Ninja: Der kleinwüchsige, grossköpfige Held erinnert mehr an einen Bomberman als an einen ehrenvollen Kämpfer für das Gute. Trotzdem scheint die Comic-Welt von dunklen Mächten bedroht und unser Held macht sich eher widerwillig auf, die bösen Schergen und deren Anführer O-Dor in ihre Schranken zu weisen. Dumm nur, schickt ihr gleich zu Beginn des Spiels euren Meister durch ein Missgeschick ins Nirwana. Nichtsdestotrotz steht dieser euch aber im Laufe des Spiels als Geist mit allerlei Tipps zur Seite.
Von fünf verschiedenen Oberwelten aus begebt ihr euch in die unterschiedlichen Levels. Mit jedem erfolgreich abgeschlossenen Level kommt ihr dem nächsten Gürtel ein Stück näher. So wechselt die Farbe eures Hosenhalters von weiss, gelb über grün bis hin zu schwarz. Die Farbe eures Gürtels bestimmt auch, welche Levels ihr betreten dürft.
Um in den verschiedenen Abschnitten erfolgreich zu sein, wurde unserem kleinen Ninja alles nötig mit auf den Weg gegeben. So beherrscht unser Held nicht nur diverse Schläge mit seinem Katana und schleudert seinen Kontrahenten Wurfsterne entgegen, sondern vollführt auch problemlos hohe Doppelsprünge, rennt an senkrechten Wänden entlang (Prince of Persia lässt grüssen) oder schwingt sich dank Enterhaken an bestimmten Stellen über gähnende Abgründe. Ist eure Wut-Leiste komplett gefüllt, dürft ihr unter Einsatz des Digikreuzes eure überschüssige Energie in radikale Aggression oder zusätzliche Lebensenergie verwandeln.
Neben diesen eher Jump&Run orientierten Levels warten auch einige andere Herausforderungen auf euch. So steigt ihr beispielsweise in das Cockpit eines riesigen Kampfroboters einen Boxkamp zu bestreiten, wehrt im innern eines Geschützturmes eine feindliche Invasion ab oder rollt in einer Metallkugel unter Zeitdruck durch verwinkelte Bahnen. Dank vieler, trotz teilweise dreist bei der Konkurrenz geklauter Ideen, hält das Spiel ein beachtliches Mass an Abwechslung bereit. Schade nur, versiegt die Quelle an guten Ideen so schnell. Nach rund 10 Stunden ist das Abenteuer vorbei und Gründe für ein erneutes Spiele durchspielen sucht ihr (bis auf höhere Scores) vergebens.
Grafisch gibt sich I-Ninja eher altbacken. Trotz einer beachtlichen Zahl an witzigen und gelungenen Animationen, dem ideenreichen Leveldesign sowie den putzigen Charakteren bietet der Titel visuell nicht mehr als gute Durchschnittskost.
Das Gleiche gilt für die akustische Untermalung: Musikalisch wird der kleine Ninja-Krieger von nostalgisch angehauchten Drum’n Bass Stücken begleitet, welche zwar niemals negativ auffallen, jedoch mit Sicherheit auch niemanden vom Hocker reissen werden. Die sarkastischen Sprüche des unwilligen Helden sind keinesfalls neu, passen aber dank schriller Stimme perfekt zum skurrilen Erscheinungsbild des grossköpfigen Ninjas. Im Kampf wiederholen sich die immer gleichen vier bis fünf Einzeiler aber deutlich zu oft.
am 07.02.2004 13:38
Fazit
Wertung
Game Info
- Genre: Jump&Run
- Entwickler: Argonaut
- Publisher: Namco / SCEE
- Spieler offline: 1



