
Flipnic
Flipnic Test / Review
So abgefahren kann ein Konsolen-Flipper sein!
Flipnic hatte bis zur nun erfolgten PAL-Veröffentlichung einen schweren weg zu beschreiten: Nachdem sich Entwickler Sony Computer Entertainment gegen einen Release der ungewöhnlichen Flippersimulation entschied, sprang unverhofft Ubisoft in die entstandene Lücke und publizierte eine übersetzte Version des innovativen Titels in Europa.
Doch was macht Flipnic so speziell? Es ist überaus gelungene Mischung einer grundsätzlich einfachen Flippersimulation mit den Ideen eines Geschicklichkeitsspiels. Obwohl sich die Steuerung flippergerecht auf ein Minimum beschränkt (linker und rechter Flipper sowie Tischstoss), entlockten die Entwickler aus dem banalen Grundprinzip ein Maximum an Spielspass und Abwechslung.
Die vier grossen Tische aus den eher abstrakten Themengebieten Biologie, Metall, Optik und Geometrie beschränken sich nicht auf die Nachahmung realer Vorbilder, sondern trumpfen mit opulent ausgestatteten, weitläufigen Szenarien auf, zwischen welchen die Kugel mittels verwinkelter Röhrenkonstruktionen wechselt. Dadurch wird das Flipper-Gameplay zwar vom jeglicher Realitätsnähe entfremdet, aber eben gerade dadurch ganz neue Möglichkeiten auf den virtuellen Tischen bietet. Das Einzige, was die Entwickler komplett realitätsgetreu nachbildeten ist das physikalische Verhalten der Kugel, welches in keinem Moment unrealistisch erscheint.
Pro Tisch warten rund 20 Missionen auf euch, bei denen zum Beispiel vorgegebene Rampen und Ziele treffen, UFOs abschiessen oder Affen füttern müsst. Mal mit, mal ohne knappem Zeitlimit im Nacken. Auch beim Missionsdesign legte man klares Augenmerk auf Abwechslung und Vielfalt. Teilweise müsst ihr erst eine gewisse Mission erfüllen, um den Tisch zu erschliessen. Gewisse Aufträge wiederholen sich zwar auf jedem Tisch, da aber jeder dieser einen völlig einzigartigen Bezug auf das Gameplay nimmt, fällt dies in keinster Weise negativ auf.
Während die ersten beiden Tische Biologie und Metall hervorragend umgesetzt wurden und schon nach kurzer Lernphase gut spielbar sind, fällt der dritte Optik-Tisch leider etwas ab. Dieser ist zwar mit Abstand der grafisch ansprechendste, erweisst sich aber spielerisch leider als merklich unausgereifter. So sind die Missionen hier viel zu langatmig und mancher Teilabschnitt ist einfach unglaublich schwer wieder zu verlassen. Schade, denn diese frustrierenden Erlebnisse drücken deutlich auf die Gesamtwertung.
Der letzte Tisch ist eine kleine Hommage an die alten 8-Bit Zeiten und den Klassiker “Breakout“ von Atari. Anstelle der Flipper steuert ihr hier mehrere, auf dem Tisch verteilten Paddels um den Ball in die gewünschte Richtung zu lenken. Zwar wurde die Grafik hier auf spartanisches 8-Bit Niveau geschraubt, angesichts der exzellenten Spielbarkeit können wir dies aber nur begrüssen. Nur der monotone 8-Bit Sound geht einem hier nach einer gewissen Zeit merklich auf die Nerven.
Game Info
- Genre: Flipper
- Entwickler: SCEJ
- Publisher: Ubisoft
- Spieler offline: 2



