Splashdown Rides Gone Wild

Splashdown Rides Gone Wild Test / Review

Dass Sequels einen völlig neuen Weg gehen und sich nicht einfach am Vorgänger orientieren ist selten. Aber genau dies ist bei Splashdown 2 überdeutlich der Fall.

Der Name ist hier sprichwörtlich Programm: Im zweiten Teil der Sea-Doo Jagd geht’s definitiv um einiges wilder zur Sache als im eher simulationsbetonten ersten Teil. Schneller, Grösser, Besser scheint das allgegenwärtige Motto der Entwickler gewesen zu sein. Allein die Kurse wurden mächtig umgestylt. Früher noch in naturnahen, realistischen Gefilden unterwegs, verschlägt es euch jetzt auf beinahe achterbahnartige Rundkurse. Ob durch die karibische See, einen Dinosaurierpark, durch gewaltige Eislandschaften oder eine überflutete Kleinstadt: Auf allen Kursen ist wahrlich die Hölle los. So werdet ihr beispielsweise von Kanonen eines Piratenschiffs beschossen, von (mechanischen) Dinosauriern attackiert und von riesigen Flutmassen eingeholt. Durch solche Ereignisse abseits des zentralen Kampfes um den ersten Platz werden im Laufe eines Rennens auch neue Abzweigungen frei oder der Kurs verändert sich beinahe komplett. Es vergeht kaum eine Runde, die gleich gefahren werden kann wie die vorherige.
Wem dies alles mit der Zeit zuviel wird, startet vielleicht besser im "Indoor Career Mode“. Denn neben den 8 eher verrückten Outdoor-Strecken könnt (oder müsst) ihr auch auf 12 etwas gemächlicheren Indoor-Kursen euer können unter Beweis stellen. Neben dem zentralen Career Mode, in dem ihr durch Siege in den verschiedenen Klassen nach und nach Kurse, Fahrer und anderes freispielt, bietet euch das Spiel noch einen VS-Mode für Splitscreen Duelle, einen überaus praktischen Trainingsmode sowie einen Freestyle Modus mit weiteren 12 Strecken.
Was ebenfalls überarbeitet wurde ist das Trick-System und dessen Einsatz im Spiel. Denn die einzige Möglichkeit um aus eurem Sea-Doo die maximal Geschwindigkeit herauszuholen, ist das Performance-Meter, welches ihr durch ausführen der insgesamt 75 verschiedenen Stunts möglichst hoch halten solltet. Ebenfalls Acht geben müsst ihr auf die Bojen, die alle brav umfahren werden wollen. Lasst ihr eine oder mehrer aus, so sinkt euer Performance-Meter relativ schnell ab und ihr werdet zwangsläufig immer stärker ausgebremst.
Was mich persönlich beim Testen freute war, dass die Entwickler die Kritik an der zu wenig vorhandenen Wellendynamik allem Anschein nach zu Herzen nahmen. So war es in Splashdown kaum der Fall, dass euch eine Welle wie in Wave Race (Gamecube) wirklich erfasst hätte oder das Fahrverhalten des Sea-Doos deutlich beeinflusste. Auch wenn sich Splashdown 2 noch immer deutlich linearer und geradliniger fahren lässt als die Konkurrenz, so wurde die (übrigens Preisgekrönte) Engine zur Berechnung des Wassers immerhin soweit verändert, dass eine seitlich auftreffende Welle nur durch deutliches Gegensteuern ausgeglichen werden kann.
Grafisch ist Splashdown 2 wirklich beeindruckend. Die beinahe unüberschaubare Menge an beweglichen Hintergrunddetails auf den Outdoor-Kursen raubt einem wahrlich den Atem. Selbst bei noch so viel Action auf dem Screen geht die Framerate nie merklich in die Knie. Die Indoor-Strecken können bisweilen leider nicht ganz so beeindrucken, sind aber gleichermassen attraktiv designt. Eines bleibt jedoch auf jedem Kurs gleich: Die wunderschöne technische und physikalisch korrekte Umsetzung des ständig wogenden, feuchten Elements. Der einzig schwache Punkt in der grafischen Präsentation sind die Fahrer und deren Animationen. Die Tricks sind durchaus schön anzusehen, aber die Geschmeidigkeit eines SSX Tricky in den Bewegungsabläufen wird keinesfalls nur annähernd erreicht. Ausserdem wirken die meisten der 12 Charaktere leider etwas karg und mit wenig liebe zum Detail designt.
Das Gleiche fällt leider auch bei der Sprachausgabe der Fahrer wieder auf: Zu unpersönlich kommen die wenigen, sich ständig wiederholenden, banalen Sätzchen daher. Mein Tipp: Im Optionsmenü die Stimmen der Fahrer ganz abstellen, denn spätestens nach 2 Rennen beginnt deren dämliches Gequatsche derart zu nerven, dass beinahe schon Hassgefühle gegen die eigene Figur aufkommen!
Musikalisch haben die Verantwortlichen Gott sei Dank nicht so daneben gegriffen. Von orchestralen Melodien bis zu deftigem Rock wird durchaus ein hohes Niveau gehalten und der jeweilige Track passt meist gut zum Kurs. Richtige Ohrwürmer sucht man aber trotzdem vergebens. Guter Durchschnitt, aber sicherlich nicht das Nonplusultra.

Eingetragen von jh
am 31.08.2003 23:39

Fazit

Splashdown Rides Gone Wild geht gegenüber dem Vorgänger einen völlig neuen Weg und konnte mich gerade deshalb schnell überzeugen. Fans des ersten Teils sollten aufgrund des grundlegend neuen Gameplays aber nicht ohne Probspiel zugreifen. Wer jedoch Action-Racer im Stil von SSX mag, wird von den Veränderungen gegenüber Teil 1 sicherlich begeistert sein. Einzige Wehrmutstropfen sind die katastrophale Sprachausgabe und das fehlende Feintuning im Charakterdesign. Die mehr als gelungene technische Präsentation, die vielen Strecken und Extras sowie das überarbeitete Tricksystem lassen diese Mankos aber schnell vergessen und befördern den Titel sicher in die höheren Wertungsregionen.

Wertung

Gameplay
8.0
Langzeitmotivation
8.1
Präsentation
7.6
Grafik
8.4
Sound
7.0
Total
8.1
Sehr Gut
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Game Info

  • Genre: Rennspiel
  • Entwickler: Rainbow Studios
  • Publisher: THQ
  • Spieler offline: 1-2

Leserwertung

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