
Yakuza 2
Yakuza 2 Test / Review
Zwei Jahre ist es her, seit Sega mit Yakuza den Schritt in die Welt des organisierten Verbrechens gewagt hat und fast genau so lange ist es auch schon her, dass der Nachfolger im Land des titelgebenden Syndikats erhältlich gewesen ist. Doch an lange Wartezeiten sind wir uns hierzulande ja (leider) gewohnt und wenn das Endprodukt wie im Fall von Yakuza 2 überzeugen kann, sind diese schnell vergessen.
Das zwischen den beiden Titeln aber halt eben doch nur ein Jahr Entwicklungszeit liegen, wird schnell ersichtlich, denn Yakuza 2 spielt sich beinahe identisch zu seinem Vorgänger und setzt voll auf hinreissend brutale Nahkampf-Action gepaart mit einer Fülle an Nebenaktivitäten. Im Herzen steht als treibende Kraft aber die meisterlich inszenierte Geschichte, welche einen mit sympathischen Charakteren, brillanten Dialogen und unvorhersehbaren Wendungen vor den Bildschirm fesselt. Dass diese eng mit den Ereignissen des ersten Yakuza verwoben ist, braucht Nichtkenner aber nicht zu beunruhigen, denn gleich zu Beginn darf auf Wunsch den Erinnerungen von Held Kiryu Kazuma beigewohnt werden, welcher die Geschehnisse von vor einem Jahr Revue passieren lässt.
Unnötig zu erwähnen, dass der Ganove mit Herz, welcher sich eigentlich endgültig von seiner düsteren Vergangenheit lossagen wollte, erneut die sprichwörtlichen Kohlen aus dem Feuer holen muss, als sein Freund und Vorstandsmitglied des Tokio-Untergrunds vor seinen Augen erschossen wird. Dem letzten Wunsch des Verblichenen folgend, will Kazuma einen Waffenstillstand mit den verfeindeten Yakuza aushandeln, doch die Verhandlungen scheitern, als sich die koreanische Mafia einmischt und der Kopf des konkurrierenden Syndikats entführt wird. Zusammen mit einer jungen Polizistin und seinen alten Freunden versucht Kazuma Licht ins Dunkel bringen und stösst dabei auf eine Fehde, die bereits Jahrzehnte zurückliegt.

Die Handlung darf durchaus als das Highlight des Spielerlebnisses bezeichnet werden und nicht selten macht es mehr Spass, den filmreif geschnittenen Zwischensequenzen zu lauschen, als den tokioter Untergrund aufzumischen. Für die richtige Authentizität und Atmosphäre sorgt auch die gelungene Musikuntermalung und hervorragende Vertonung, welche allerdings komplett in japanisch beziehungsweise koreanisch gehalten und wie der Rest des Spiels, allein mit englischen Untertiteln versehen wurde. Das Zielpublikum wird's aber wenig stören und wer auch nur ansatzweise Interesse an Filmen im Stil von Kill Bill hat, wird sich zweifelsfrei gut unterhalten fühlen.
Auch abseits der Handlung wird viel geredet, allerdings lässt Kazuma dabei eher seine Fäuste sprechen, um die Strassen von Tokio vom brutalen Gesindel zu befreien. Als der "Drache des Dojima Clans" verfügt er selbstredend über ein beachtliches Repertoire an schmerzhaften Schlag- und Trittkombinationen, doch in der Not können auch Golfschläger, Strassenschilder und herumstehendes Mobiliar zweckentfremdet werden, um sich seinen Widersachern zu entledigen. Landet ihr ausserdem genügend Treffer am richtigen Ort, kann Kazuma zu noch brutaleren Spezialattacken ansetzen, die nicht selten einen Gegner mit einem einzigen Angriff ausschalten können. Die erfreulich intuitive Steuerung hinterlässt allerdings nach wie vor einen etwas unpräzisen Eindruck und dank einer häufig unvorteilhaften Kameraführung gehen gerne einmal ein paar Schlagabfolgen komplett ins Leere. Freuen dürft ihr euch ausserdem auf die allseits beliebten Quick Time Events des innoffiziellen Vorbilds Shenmue, allerdings sind diese für meinen Geschmack etwas gar eng bemessen und kommen oft aus heiterem Himmel.
Game Info
- Genre: Action-Adventure
- Entwickler: Amusement Vision
- Publisher: Sega
- Spieler offline: 1
- Releasedatum: 17.09.2008 (erschienen)
- 4:3 Anpassung: Vollbild




