Alias

Alias Test / Review

Agentin Bristow im Einsatz auf der PS2

Videospiele-Umsetzungen von Filmen und TV-Serien sind meist mit Vorsicht zu geniessen. Zu oft sehen die Entwickler und Publisher in einer entsprechenden Lizenz nichts weiter, als bloss eine Möglichkeit mit dem bekannten Namen und einem absoluten Minimalaufwand einen möglichst hohen Gewinn zu erwirtschaften. Was dabei schlussendlich herauskommt, sind eine Wertung weit unter der 50 Prozent Grenze und viele enttäuschte Blind-Käufer, die sich vor dem Griff ins Regal zu wenig informiert haben. Doch schon nach den ersten Spielminuten von Alias konnte ich als regelmässiger Verfolger des Serie beruhigt aufatmen, denn das Spiel gehört ganz bestimmt nicht in die oben erwähnte Kategorie.

Als Doppelagentin Sydney Bristow, die natürlich auch im Game von der attraktiven Jennifer Garner verkörpert wird, bekämpft ihr auf der Seite der CIA die verbrecherische Organisation SD-6, welche ihre Mitarbeiter glauben lässt, sie sein Agenten einer CIA-Splittergruppe. Die Story hinter dem Videospiel setzt gegen Ende der zweiten Staffel ein. In den neuen Missionen jagt ihr die russische Erzfeindin Anna Espinosa, die zusammen mit dem SD-6 Gruppenleiter Sloane nach einem mysteriösen Rambaldi-Artefakt sucht. Euer Auftrag ist klar: Findet das Artefakt bevor es in die verbrecherischen Hände von Sloane gerät.

Die Meisten der regelmässig auftretenden Seriefiguren finden sich auch in digitaler Form im Spiel wieder und weissen dank den original deutschen Synchronstimmen einen hohen Erkennungswert sowie die typischen Charakterzüge auf. Obwohl die Modellierung der Gesichter und besonders der Augen bei manchen Charakteren etwas unnatürlich und steif wirkt, kommt das Gefühl der spielbaren Episode hervorragend rüber. Fans der Serie werden sich nicht zuletzt dadurch sofort heimisch fühlen.

Das Gameplay von Alias ist eine Mischung aus Action- und Stealth-Elementen. So kann Syd sowohl gebückt um die Ecke schleichen, Gegner geräuschlos von hinten ausknocken, zwecks unbemerkter Infiltration die Kleidung wechseln und sich mit dem Rücken an Wände pressen als auch bei direktem Kontakt mit Waffen und Fäusten kräftig austeilen. Um eure Schlagkraft zu verstärken, dürft ihr allerlei herumliegende Gegenstände wie Besen, Rohre und Flaschen als Argumentationsverstärker missbrauchen, welche mit der zunehmenden Zeit ihrer Benutzung zerstört werden. Mit Schusswaffen ausgestattet Kontrahenten können zudem mit einem gekonnten Griff entwaffnet werden, um deren Bleispritzen für die eigenen Zwecke zu verwenden.

Leider wirken beide Gameplay-Elemente nicht perfekt ausgereift. So reagieren die feindlichen Patrouillen nicht immer ganz nachvollziehbar: Während sie euch teilweise selbst bei der Annäherung im Laufschritt nicht entdecken, werdet ihr in anderen Fällen trotz geduckter Haltung hinter einer Kiste gnadenlos aufgespürt. Dann bleibt euch nichts weiter als der Kampf. Hierbei beeindruckt unsere Agentin durch allerlei Combos und Spezialmanövern. Die Fights enden aber aufgrund der eher chaotischen Kampfsteuerung meist in koordinationslosem "auf die beiden Angriffstasten Gedrücke“. Ob ihr beispielsweise einen Tritt oder Schlag ausführt, bleibt dem Zufall (bzw. irgendeinem softwareinternen Zustand) überlassen und lässt sich nicht explizit steuern. Dank der eher bescheidenen Gegner-KI werdet ihr aber sowieso meist siegreich sein. Allgemein scheinen die Gegner nicht gerade Intelligenzbestien zu sein, denn sie verfolgen euch niemals über Treppen und bleiben von bestimmten Abschnitten komplett fern. Für Anfänger kommt dies aber sicherlich gelegen.

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Game Info

  • Genre: Action
  • Entwickler: Acclaim Studios Cheltenham
  • Publisher: Acclaim
  • Spieler offline: 1

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