
Silent Hill 4: The Room
Silent Hill 4: The Room Test / Review
Gefangen in den eigenen vier Wänden
Henry Townsend hat es wahrlich nicht leicht. Nicht nur dass er von düsteren Albträumen geplagt wird, auch seine Wohnung wurde auf mysteriöse Weise versiegelt: Die Eingangstür ist mit massiven Ketten blockiert, die Fenster seines Appartments sind verschlossen und das Telefon ist ausser Betrieb. Der einzige (passive) Kontakt zur Aussenwelt ist der Blick durch den Türspion oder eines der Fenster. Eine Kontaktaufnahme scheint aber durch eine mysteriöse Macht komplett verunmöglicht zu werden. Einziger Ausweg aus dem eigenen Domizil scheint ein Loch in Henrys Badezimmer.
Mehr Einzelheiten zur Story möchte ich hier nicht vorwegnehmen, da jede weitere Erklärung eventuell die Spannung beim Spielen tüchtig mindern könnte. Der Plot hinter Silent Hill 4 birgt aber gewohnterweise ein gehöriges Mass an Spannung. Wer jedoch eine ähnlich tiefgehende Charakterentwicklung wie im zweiten Teil erwartet, wird eventuell enttäuscht. Hier stehen vielmehr die Geschehnisse selbst als der Protagonist Henry im Vordergrund.
So erkundet ihr die eigene Wohnung aus der Egoperspektive, welche als Verbindung zwischen den abstrakten Welten dient. Das angesprochene Loch in eurem Badezimmer führt im Laufe des Spiels zu diversen schauderhaften Lokalitäten, von wo aus ihr durch ähnliche, mit einem roten Ring markierte Löcher jederzeit auch wieder zurück in euer Heim finden könnt. Diese Verbindung ist insofern nötig, da ihr nur innerhalb des eigenen Domizils speichern oder Items ablegen dürft (dazu später mehr). Ausserdem wird während des Aufenthaltes praktischerweise eure Lebensenergie kontinuierlich aufgefrischt. So ist eine Flucht in die scheinbar reale Welt bei manchen Fights mehr als ratsam.
Ausserhalb der eigenen vier Wände steuert ihr Henry wieder in der bekannten Third-Person-Perspektive. Auf eine Taschenlampe oder das berühmte Radio, welches Gegner mit deutlichem Rauschen ankündigte, müsst ihr diesmal komplett verzichten. Damit ihr euch auch ohne Lichtspender in den teilweise grossräumigen Szenarien zurechtfindet, wurden sämtliche Areale für die Serie ganz untypisch eher hell gestaltet. Fans der Vorgänger, die dadurch eine Abnahme der Spannung und beängstigenden Atmosphäre befürchten, kann ich aber gleich an dieser Stelle beruhigen: Auch ohne eingeschränkte Sicht und undurchdringliche Dunkelheit vermag auch The Room eine absolut beklemmende Atmosphäre aufzubauen.
Die Verknüpfung der realen Welt mit den surreal wirkenden Lokalitäten, welche ihr durch das Loch im Badezimmer erreicht, ist hervorragende gelungen und birgt für einige mysteriöse Überraschungen im Lauf des verzwickten Plots. Der Wechsel zwischen Henrys Wohnung und den "Aussenwelten“ ist ferner nicht selten essentiell für ein Weiterkommen. So müsst ihr beispielsweise in einem Abschnitt ein gefundenes Objekt in der Wohnung deponieren, um ungehindert durch eine bestimmte Stelle schreiten zu können. Solche Überschneidungen der beiden Welten erwarten euch mehrfach und sorgen für ein abwechslungsreicheres Spielvergnügen.
Game Info
- Genre: Survival-Horror
- Entwickler: Konami
- Publisher: Konami
- Spieler offline: 1



