Second Sight

Second Sight Test / Review

Ein auffallender, wenn auch nicht unbedingt spielentscheidender Kritikpunkt zeigt sich in der oft nicht ganz so nachvollziehbaren Physik von Second Sight. So fallen Papierkörbe und ähnliche Gegenstände bei Kollisionen zwar realitätsnah um und bewegen sich meist nachvollziehbar auf dem Untergrund, der Umstand dass aber auch schwerere Objekte wie grosse Holzkisten oder Gasflaschen bei der kleinsten Berührung wie wild in der Gegend herumpurzeln, lässt uns doch ein wenig an dem Realitätsgrad der Spielephysik zweifeln.

Solltet ihr in geschlossenen Räumen trotz aller Vorsicht von einer feindlichen Patrouille entdeckt werden, ist die Suche nach einem guten Versteck meist die bessere Wahl als der direkte Kampf. Denn ist erstmals der Alarm aktiviert, rücken die Kontrahenten fast unbeschränkt nach, wodurch eure Überlebenschancen selbstredend drastisch gegen Null sinken. Erst nach einer gewissen Zeit ohne Feindkontakt kehrt auch bei den gegnerischen Mannen wieder Ruhe ein. Dies kann besonders Action-Fans oftmals sauer aufstossen, denn ihr könnt zwar vielen Stellen selbst entscheiden, mit welcher Taktik ihr euch durch das Level schlagen wollt, die Rambo-Methode bringt aber nur selten den erhofften Erfolg. So zwingen euch die Entwickler trotz der eigentlich vorhandenen spielerischen Freiheit stellenweise eine bestimmte Vorgehensweise geradezu auf.

Die Grafik von Second Sight erinnert nicht nur aufgrund der kennzeichnenden Charaktermodelle an die beiden Timespliters-Teile und kann die Herkunft von Entwickler Free Radical Design nicht verschleiern. Dies soll aber keinesfalls ein Kritikpunkt sein, denn der Titel überzeugt dank realistischen Animationen, ansehnlichen Kulissen und der sauberen Texturierung wohl jeden PS2-Spieler. Löblich ist ausserdem die freie Wahl zwischen einer frei beweglichen Kameraführung oder dem alternativen Blick aufs Geschehen aus festen Kamerapositionen à la "Devil May Cry“. Ein fast schon unbegreifliches Manko ist hingegen das nervige Fehlen einer Option zur Invertierung der Y-Achse. Solche Einstellungen gehören inzwischen doch wirklich zum Standart!

Die Synthesizer-Chormusik und merklich engagierten Sprecher der englischen Synchronisation tragen ihrerseits einen Grossteil zur von Beginn an packenden Atmosphäre des Spiels bei. Eine deutsche Sprachausgabe fehlt komplett. In Englisch weniger betuchte Spieler greifen deshalb auf die anständig übersetzten, deutschen Untertitel zurück.

Eingetragen von jh
am 03.09.2004 18:32

Fazit

Trotz kleinerer Mängel in Punkto Steuerung und Spielephysik kann Second Sight aufgrund der intelligenten und fesselnden Story nicht nur hartgesottene Stealth-Fans überzeugen. Umso bedauerlicher, dass die 17 Missionen verhältnismässig schnell absolviert sind und ein wirklicher Ansporn für ein erneutes Durchspielen komplett fehlt. Dem Genre geneigte Spieler werden den Kauf aber mit Sicherheit nicht bereuen.

Wertung

Gameplay
8.4
Langzeitmotivation
6.1
Präsentation
7.8
Grafik
8.2
Sound
8.3
Total
8.0
Sehr Gut
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Game Info

  • Genre: Stealth-Action
  • Entwickler: Free Radical Design
  • Publisher: Codemasters
  • Spieler offline: 1

Leserwertung

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