
GTA: San Andreas
GTA: San Andreas Test / Review
Hey, yo motherfu**er. CJ is back in Town!
Nach dem grossen Erfolg der beiden Vorgängertitel GTA 3 und Vice City waren die Erwartungen der Fans an Entwickler Rockstar und GTA: San Andreas verständlicherweise ungeheuer hoch. Mit den über Monate hinweg häppchenweise veröffentlichten Infos über kommende Features wurde der Appetit der wartenden Zockergemeinde zudem ins beinahe unermessliche gesteigert. Die dadurch oft aufgeworfene Frage, ob das Game diesen allgemeinen Erwartungen standhalten wird, kann ich nach etlichen Stunden Spielzeit mit einem sonnenklaren JA beantworten.
Doch beginnen wir beim Anfang der ganzen Geschichte: Wir schreiben das Jahr 1992 im Westküstenstaat San Andreas, welcher sich wiederum aus den drei unterschiedlichen Städten Los Santos, San Fierro und Las Venturas zusammensetzt. Durch die Nachricht vom mysteriösen Mord an seiner Mutter kehrt der junge Carl "CJ“ Johnson nach einem mehr als fünfjährigen Aufenthalt in Liberty City (die Stadt von GTA 3) in seine Heimatstadt Los Santos zurück. Schon Minuten nach der Ankunft holt Carl die zurückgelassene Vergangenheit ein: Direkt nach der Landung wird er von zwei korrupten Polizisten verhaftet und die Waffe eines Polizistenmörders wird ihm untergeschoben. Welcome back in the Ghetto…
CJ bekommt mit der Rückkehr in die Heimatstadt glücklicherweise nicht nur die Probleme zurück. Auch die Kollegen seiner alten Gang "Grove Street Family“ (GSF) sind noch immer vor Ort. Durch die Abwesenheit von Carl zerfiel jedoch ein Grossteil der Gruppe und der Respekt anderer Gangs ging fast komplett verloren. Besonders die verfeindeten, Crack dealenden "Ballas“ gewinnen mehr und mehr an Einfluss in Los Santos. So beginnt ihr gemeinsam mit eurem eher beschränkten Bruder "Sweet“, dem durchsetzungsstarken "Big Smoke“ und dem ständig zugedröhnten "Ryder“ (welcher deutlich an den verstorbenen Raper EazyE erinnert) den Wiederaufbau der alten Ordnung.
Die Story und Charakter von San Andreas wurden erkennbar von Filmen über das Ghetto- und Gangleben wie "Boyz N the hood“ und "Menace II Society“ aus den 90ern beeinflusst. Ihr trefft auf eine breite Palette von glaubhaften Persönlichkeiten, die alle ganz spezifische Verhaltensweisen und Charakterzüge aufweisen. Als hervorragendes Beispiel könnte man euren abgedrehten Freund und Exknacki OG Loc nennen, der mit grottenschlechten Rhymes und völlig überzogenem Gangsta-Gehabe versucht, eine Rap-Karriere zu starten. Die feine Ausarbeitung aller auftretenden Figuren ist für ein Spiel aus dem Action Genre wirklich mehr als beachtlich.
Dass die Geschichte keinesfalls jugendfrei ist, brauche ich wohl keinem Kenner der bisherigen Serie zu erklären. Genau wie seine Vorgänger legt auch San Andreas ein gehöriges Mass an Brutalität und eventuell fragwürdiger Moral an den Tag - Also kein Spiel für die lieben Kleinen. Auch die (englischen) Dialoge sind voll von Fluchwörtern und Anzüglichkeiten. Moralapostel sollten also besser einen grösseren Bogen um das fünfte GTA machen. Trotzdem kann der authentisch wirkende Plot als Mixtur aus Gangster-Rap, Strassenkämpfen und Kriminalfilm wohl die meisten (nicht mehr minderjährigen) Spieler mit Affinität zur Thematik begeistern.
Game Info
- Genre: Action
- Entwickler: Rockstar North
- Publisher: Take2
- Spieler offline: 1



